• Theresa Häfele im Gespräch mit Anne Isopp und Silvia Forlati über die Vereinbarkeit von Architekturberuf und Familie.

    TH: Was ist eure berufliche Tätigkeit? 

    AI: Ich habe Architektur studiert, ein paar Jahre  als Architektin gearbeitet und bin jetzt seit mehr als zehn Jahren Architekturjournalistin. Ich bin Chefredakteurin der Fachzeitschrift Zuschnitt. Nebenher schreibe ich für mehrere Fachzeitschriften und für Tagesmedien über Architektur. 

    SF: Ich habe auch Architektur studiert und mir gefällt die Verbindung von Praxis, Lehre und Forschung. Ich habe ein Büro mit zwei Partnern hier in Wien und bin immer auch parallel tätig, zum Teil an der TU in der Lehre und zum Teil bei „Wonderland“ Thema Architekturpraxis. „Wonderland“ ist eine Plattform für Junge Architektur aus Europa, ansonsten interessieren mich Wohnbau, Innovation, Städtebau ... ein breiter Ansatz.

    TH: Seid ihr beide Gründerinnen von „Wonderland“?

    AI: Ich nicht, Silvia ...

    SF: ... aber du bist sehr zeitnah eingestiegen.

    AI: Wir waren noch in Hamburg, als „Wonderland“ gegründet wurde. Als wir zurückkamen, sind zwei, drei Leute aus Wonderland ausgeschieden und wir haben dann einen der frei gewordenen Plätze besetzen können. Unser Team bestand aus meinem Mann, auch Architekt, mir und einem Dritten. Die Idee war als Architekten zusammenzuarbeiten, wir haben dann diese Europa-Tour mitgemacht, die Zusammenarbeit darüber hinaus aber nie weiterverfolgt. Ich bin dann recht bald in die journalistische Richtung gegangen.

    SF: Da haben wir uns getroffen, als Team, als „Querteam“, denn uns hat es beide interessiert, die Informationen, die in „Wonderland“ versteckt waren, nach außen zu bringen: Wie funktioniert die Architektur in der Praxis? Welche Themen sind relevant? Wir hatten das Gefühl, es gab sehr viel Know-how, das nicht formuliert, aber sehr wichtig und spannend war. Es war wirklich eine ganz andere Architektur-Praxis als vorher und diese Fragen: In welche Richtung? ... Welche Möglichkeiten, welche Spielräume gibt es? ... haben uns sehr beschäftigt. Es war auch eine reflexive Überlegung, weil auch wir uns gefragt haben: Was machen wir? Wie geht es weiter?

    TH: Noch ein paar Fragen zum persönlichen Lebenslauf: Du hast an der TU studiert?

    SF: Nein. Ich habe in Italien studiert, dann in Amsterdam einen Master gemacht. Und von dort bin ich in die Architekturpraxis eingestiegen, zuerst für ein Jahr in Holland, war dann in London und in Singapur. Ein Büro zu gründen, war ein Thema und ich wollte das mit meinem Mann, der auch Architekt ist, in Wien machen. Gleich als wir nach Wien sind, habe ich an der TU zu lehren angefangen. 

    TH: Und „Wonderland“ ist dann wie entstanden? 

    SF: „Wonderland“ war für uns der Anstoß eine Architektur-Praxis zu gründen, bei dieser ersten Ausstellung in Kärnten mitzumachen, macht ein Konzept. Der Anstoß: Okay, wir müssen uns nach außen präsentieren. Somit ist die Gründung unserer Architektur-Praxis entstanden. 

    TH: Die Idee von „Wonderland“ hat mit Vernetzung zu tun?

    SF: Ja, aber es war ein Bottom-Up-Projekt. Das Ganze hat mit einem Raum angefangen, in Kärnten, in Kärnten, in St. Veit an der Glan, wo jemand gefragt wurde: Bitte macht eine Ausstellung. Sie waren sehr jung und hatten nicht genug, um den Raum zu füllen, sie haben dann das Netzwerk, das sie hatten benutzt, um andere ins Boot zu holen. Die Frage war: Wie macht man das? Zuerst wurde der Raum verteilt und dann die Entscheidung getroffen: Wir brauchen ein gemeinsames Ausstellungssystem. Zwischen allen Vorschlägen wurde einer gewählt, der erweiterbar war. Und das war erweiterbar, weil das eine einfache  Idee war: einfach zusammenzubauen … und weil wir in der Ferne waren – wir waren in Singapur – und diese Einfachheit war für uns eine Rahmenbedingung, die die anderen nicht hatten, die vor Ort waren. Vielleicht hat es uns geholfen, dass wir nicht dort waren, bei der Entscheidung, weil es diese Neutralität hatte … Das war dann unser erstes Projekt, mit Umsetzung, als Team. 

    TH: Und der Vernetzungsgedanke kam später? 

    SF: Nein, also diese erste kleine Vernetzung, zwischen den elf (Ausstellungsteilnehmern) in Kärnten, war relativ zufällig. Irgendwie ist die Möglichkeit entstanden, mit dieser Ausstellung in Österreich zu touren; dann die Diskussion: Okay, wie geht man weiter? Wir waren in Wien, in Graz und dann war es mehr oder weniger aus. Es ist die Idee entstanden, es noch irgendwo anders zu probieren, die Ausstellung irgendwo außerhalb von Österreich zu präsentieren: Ja, aber macht das Sinn, elf junge Architekturbüros in Bratislava zu zeigen? Ja, aber es macht mehr Sinn, wenn man auch die lokale Situation mit einbindet. So lässt sich eine andere Dimension erreichen und somit ist diese Weitervernetzung, außerhalb von Österreich, entstanden. Diese Idee des Bottom-Up-Prozesses, man wiederholt das, sucht jemanden, der jemanden sucht – eine Art Domino-Effekt– ohne das von oben zu korrigieren und zu steuern. Und man hat das Bottom-Up-System wiederholen wollen in anderen Ländern und so ist diese große Vernetzung entstanden, diese Tour von 2004 bis 2006, mit Ausstellungseröffnungen, dann zusätzlich mit einer EU-Förderung.

    TH: Und wie ist das organisiert? „Wonderland“, wie? Über eine Plattform? 

    SF:  Es war ja ursprünglich eine Plattform, die sich weiterentwickelt hat. Jetzt gibt es eine zweite Generation, die weiter mit der Idee von europäischer Dimension arbeitet und sich als Plattform versteht, die helfen, die quer vernetzen will, auch gemeinsame Aktivitäten hat. Es gibt Project-Spaces, mit Möglichkeiten, Workshops abzuhalten, wo mehr Teams dazukommen, um sich international mit lokalen Gegebenheiten zu befassen. Es gibt Publikationen. Oder die Möglichkeit Ideen zu verwirklichen, die ein kleines Team nicht schaffen kann, aber durch die Vernetzung wird es machbar.

    AI: Am Anfang waren es nur die Teams von „Wonderland“, die ausgestellt haben. Heute  kann man leichter Mitglied werden und sich einbringen. Es ist zu einer offeneren Plattform geworden als zu unserer Zeit.

    TH: Und zu deiner Person? Wo hast du studiert?

    AI: Ich habe in Graz studiert, ein Auslandssemester in Holland gemacht, aber im Großen und Ganzen in Graz studiert. Nach dem Studium bin ich nach Hamburg gegangen und habe dort vier Jahre als Architektin gearbeitet und bin dann mit meinem Mann wieder nach Österreich, weil er sich hier selbständig machen wollte. Das war für mich der Zeitpunkt, wo ich dachte: So, wenn ich jetzt meinen Job in Hamburg aufgegeben habe, dann möchte ich jetzt etwas ausprobieren, was mir immer so im Kopf herumgeschwebt ist und habe dann ein Aufbaustudium für Journalismus gemacht. So bin ich in den Journalismus reingerutscht. Die Architektentätigkeit habe ich ganz aufgegeben. Das Aufbaustudium ging von 2003 bis 2005 und dann ging alles sehr schnell, dass ich für viele Medien geschrieben habe. Angefangen habe ich für „STANDARD“, „Profil“, „Salzburger Nachrichten“ zu schreiben, das war dann wie so eine Welle, man merkte, der Bedarf ist da. Wenn man bei einem anfängt, wird man weitergereicht. 2007 habe ich ein Kind bekommen und habe mich eine Zeit lang aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen. 2008 habe ich dann angefangen für die Fachzeitschrift Zuschnitt zu arbeiten. Den Tagesjournalismus mache ich seit dem nicht mehr in der gleichen Intensität wie vorher gemacht, denn das ist schwierig mit Kind zu vereinen.

    TH: Wie war das im Studium: Was war deine Motivation Architektur zu studieren? 

    AI: Ich habe mich immer für kreative Sachen interessiert; hätte auch gerne Mathematik studiert. Ich habe mir vorgestellt: Das ist eine gute Kombination, ohne eigentlich genau zu wissen, was mich da erwartet – wie bei vielen meiner Studienkollegen: man hat so eine diffuse Vorstellung.

    TH: Konntest du das dann auch umsetzen, im Architekturbüro?

    AI: Ja, im Architekturbüro – das ist schon immer ein Sprung ins kalte Wasser – von dem, was man in der Uni lernt und dem was man sich vorstellt. Silvia und ich haben auch viel diskutiert über dieses Stararchitektentum. Stararchitekt zu werden -  das schwebt einem ja so vor, als Weg, ohne die eigenen Qualitäten wirklich beurteilen zu können. Nach dem Studium geht man ins Büro und zeichnet erst einmal Detailpläne, Fliesenpläne usw. Das war alles kein Problem, nur habe ich mich in Hamburg immer wieder gefragt: Wo sind die Architekten mit 40? Die Frage „Wie geht es für mich weiter?“ hat sich für mich früh gestellt. Du hast vorhin von Role-Models gesprochen ... Da habe ich eigentlich keine gefunden. Ich wusste bald: Selbständig sein, ist nichts für mich. In den meisten Büros sind nur junge Leute so um die dreißig und das ist, glaube ich, nach wie vor meistens so. Da muss man sich überlegen: Wohin geht der eigene Weg? Das hat mich in den ersten Berufsjahren extrem beschäftigt. Von daher war klar, dass die Architektur, der klassische Architektenberuf, für mich keine Perspektive bietet.... Und dass der Journalismusberuf dann so aufgeht, das habe ich natürlich auch nicht gewusst, ich dachte eher, ich gehe an die Uni oder so, mache Dissertation, ein Weg, den man von der Uni her kennt. 

    TH: Wie war das bei dir im Studium? Deine Vorstellung von Architektur? 

    SF: Das war eine ähnliche Motivation. Ich habe Mathematik sehr gerne gehabt, auch kreative Sachen haben mich immer beschäftigt und im Studium war dann schon klar: Ich möchte Architektin werden. Das Raum-Schaffen hat mich stark interessiert, dieses „die Realität beeinflussen“, die Möglichkeit, etwas zu verwirklichen, in den Raum zu stellen. Daher war es für mich in die Architekturpraxis, als ich endlich hineingekommen bin, sehr spannend, etwas zu realisieren. Umgekehrt bezieht sich dieses „Bewirken” nicht nur auf den Raum, sondern auch auf die Vorbedingungen, die sind wichtig; und um die zu beeinflussen, muss man sich einen Schritt vorher positionieren. Das versuche ich breit zu erweitern, im Moment springe ich zwischen theoretischem Diskurs und Städtebauplanung – oder Planungsprozessen und „Wie funktionieren Lüftungen in einer Toilette?“ Die Themenpalette, womit ich mich beschäftige, ist sehr breit, das ist spannend und auch manchmal schwierig, weil die notwendige Tiefe nicht immer zu erreichen ist.

    TH: Habt ihr bezüglich der „Themenpalette“ eine Aufteilung mit deinen zwei Partnern? 

    SF: Nein, da ist mein Mann und noch ein Partner. Ich konnte in meinem Büro die Arbeit für „Wonderland“ machen ... es gab auch Spannungen manchmal, weil so gut bezahlt war es doch nicht … Es war irgendwie möglich, das zu machen, das zu kombinieren. Ich habe immer ein bisschen eine Joker-Position gehabt, auch weil ich dann mit den Kindern nicht ganz 100%-ig da sein konnte, wie die anderen zwei Partner es sind, daraus hat sich eine Art Sonderrolle entwickelt. … Oder aus meinen Interessen heraus, dass ich Sachen ausprobiert habe und sich dann andere Türen aufgemacht haben, die sich jetzt auch wiederholen ... das ist jetzt auch im Büro so … dass sie sich fragen: „Und wo ist jetzt die Silvia, was macht sie jetzt?“ Und das ist nicht immer ganz klar. (lacht)

    AI: Da kann ich gut ergänzen, jetzt auch zu meiner Person. Mein Herz schlägt trotzdem für Architektur, auch wenn ich nicht als Architektin tätig bin. Ich begleite das Architekten-Geschehen einfach von einer anderen Perspektive aus … Dass dieses Studium mich auch sehr geprägt hat; und dieses Interesse, dass es sich von daher schon gelohnt hat, das zu studieren. Einfach nicht als ausführende Architektin, sondern als schreibende sozusagen.

    TH: Wie seid ihr zu der Studie gekommen, die ihr gemacht habt (Vereinbarkeit von Architekturberuf und Familie)? 

    AI: Angefangen haben wir damit ein  Buch über den Architektenberuf zu machen. Das Wonderland manual. Dieses Buch ist praktisch aus dem, was wir vorher erzählt haben, entstanden: Aus dieser Ausstellung heraus, aus diesen Diskussionen mit den Architektenkollegen ist erst das Wonderland-Magazin entstanden und daraus dann später das Buch. Wir wollten unterschiedliche Aspekte des Architektenberufs unter die Lupe nehmen und eine Austauschplattform schaffen. Das war die Idee. Als das Buch 2012 erschienen ist, haben wir es in München vorgestellt und das war die Initialzündung zu der von Dir angesprochenen Studie. Da war eine Dame von der Architekten-Kammer, die hat gesagt, sie mache Kurse für Frauen, für den Wiedereinstieg und meinte – also am Anfang haben sie Computer- und Rechtskurse und so was angeboten – dass die Frauen gar nicht so daran interessiert wären. Das ist eigentlich nicht das Thema, das die Frauen beschäftigt, sondern ganz andere: Dass sie wieder einen Standpunkt und eine Perspektive finden: „Was mache überhaupt …“ 
SF: Über den Beruf. 
AI: Genau. Und das war dann der Anlass, dass wir gesagt haben ... 
SF: ... und die wollten immer über das Privatleben der Architekten, ein Kapitel, das wir nie geschafft haben, für das Manual. Ich glaube, das war der Outcome, dass wir irgendwann gesehen haben, dass in den 99 Teams erstaunlich wenig Frauen waren – obwohl das damals die junge Generation war. Es war ja auch unsere Erfahrung, als Frauen, als Mütter, denn … Dieses Thema ist gekommen, als die Kinder schon da waren. Wir haben parallel die Kinder bekommen; die waren dann so fünf, sechs und das war schon ein Moment, wo wir wieder Luft bekommen haben und parallel diese Reflexion über unsere eigene Position möglich war, wo ein bisschen ein Abstand vorhanden war. 

    AI: Sieht man sich so im Freundes- oder Bekanntenkreis um, sind viele Frauen nach der Karenz nicht mehr in die Architektur zurückgekehrt. Wir sind ja alle gleich gestartet. Ich bin mir sicher, dass dies alle sehr gute Architektinnen sind. Und wenn Sie doch noch als Architektin arbeiten, dann zumindest nie  in diesen verantwortungsvollen Positionen, in der sie gestalten, leiten und steuern können. 

    TH: Ist es eine Frage der Bürostruktur?

    SF: Ich glaube, es ist nicht nur Frage der Bürostruktur, sondern auch der Projekt-Struktur. So eine leitende Position, die Projekt-Umsetzung … oder auch Konzipierung zum Teil ...

    AI: Wenn man sich dann die Zahlen aus unserer Studie anschaut, dann ist es echt erschreckend, dass mehr als die Hälfte der Studenten Frauen sind, die dann nach dem Studium von der Bildfläche verschwinden. Es gibt ja kaum bekannte Architektinnen. Sowieso kaum eine, die ein Büro alleine führt. Wenn sind es Teams, bei denen das funktioniert. Oft hat es dann doch mit der Rolle in der Familie zu tun. Und das war die Motivation, sich das einmal genauer anzusehen, also: Woran liegt es und welche Möglichkeiten gibt es, das doch irgendwie hinzukriegen? 

    SF: Von meiner Seite, als Lehrerende an der TU, da erlebt man dieses 50:50 Verhältnis und dass die Motivation bei Frauen sehr hoch sein kann und auch die Qualifikation, trotzdem überlege ich: Wohin gehen alle diese Studierenden? Allgemein, aber insbesondere: Wohin gehen diese Studentinnen? Und ich frage mich: Was vermittle ich ihnen? 

    AI: Ich habe viel mit Frauen geredet, die in der Architektur erfolgreich sind und jedes Mal sagen sie: Ja, ich habe ja keine Kinder, also kann ich mich da auspowern … Das klingt wie eine Entschuldigung Das trennt sich dann: Diejenigen, die keine Kinder haben, sind die, die dann auch viel mehr Zeit haben, um was zu erschaffen und Erfolg zu haben. 
SF: Und keine Karrierebrüche haben. 

    TH: Also die Frauen, die erfolgreiche Architektinnen sind, das habt ihr über eure Studie erlebt … Das funktioniert nur ohne Kinder.  

    AI: Es ist viel einfacher, würde ich sagen.  
SF: Einer von den Schlüssen, zu denen wir kamen: Es gibt gewisse Konfigurationen, wo es besser funktionieren kann, mit den Kindern. Das hängt sehr stark mit dem Partner zusammen, wo Lebensprojekt und Berufsprojekt überlappend sind, damit gibt es diese Flexibilität – die dann oft auch eine räumliche Flexibilität ist – wo Wohnen und Arbeit zusammenkommen und Organisation gemeinsam gestaltet werden kann. Ansonsten scheint es sehr sehr schwierig zu sein … und auch der Trend, sich in anderen Feldern zu positionieren, scheint stark zu sein. Um die Sicherheit zu schaffen, um das Zeitmanagement zu schaffen. Das war sehr, sehr stark und … in ein anderes Feld zu wechseln, das wird als Verlust erlebt.

    AI: Dass man mit dem Herzen dabei ist, das haben wir von vielen gehört ...
SF: ... also diese Leidenschaft...
AI:  ... aber dann keine Möglichkeit mehr zu sehen, weil die zeitlichen Strukturen oder auch andere Strukturen in vieler Hinsicht einfach nicht die Möglichkeit bieten, z.B. um drei zu gehen und trotzdem interessante Aufgaben zu machen. Das bieten andere Berufssparten schon …  

    SF: ... aber dann gibt es nicht mehr so eine starke Leidenschaft. Die zeitlichen Strukturen sind auch ideologische Strukturen.

    AI: Zeitlich, ideologisch, finanziell, es gibt mehrere Strukturen ...

    SF: ... ist die Frage, was für ein Bild die Architekten von sich selbst haben oder haben wollen. ... das ist ein Bild, das keine Vereinbarkeit zulässt. Für Männer, sowie für Frauen.

    TH: Ihr seht also nicht das Problem, dass Frauen generell nur kleinere Projekte bekommen? Dass sie nicht so viel Verantwortung bekommen wie die Männer, sondern eher das Problem, in der Zeiteinteilung, eben ein Karriereknick …  also nicht, dass man eine  Frau gesellschaftlich nicht in dieser Position wahrnimmt, ein Projekt zu leiten, ein Großprojekt zu leiten?

    AI: Das ist individuell und kann man weder mit Ja noch mit Nein beantworten. Ich glaube trotzdem, das habe ich in meiner Erfahrung in Hamburg gemacht: Wenn eine Frau kommt, die kompetent wirkt, die das will, die schafft das auch. Ich glaube, sich da jetzt in die Rolle drängen zu lassen: Wir armen, wir kriegen das nicht... Das glaube ich nicht.

    SF: Das ist nicht das große Thema. Es gibt ein strukturelles Thema: Dass die zeitlichen Strukturen und die Erwartungen nicht in Ausgewogenheit mit einem Familienleben harmonieren können. Das heißt, das kann nicht funktionieren. Und dann muss man wählen und da fängt das Problem an. In Österreich ist das besonders stark, weil die Formen der Kinderbetreuung, die Ideologie über die Mutterrolle sehr stark in einer „Nicht-Gleichberechtigung“ verankert ist. Ja, die traditionelle Rolle der Frau, die Kinderbetreuung, die nicht als Struktur angeboten wird; aber die Mutter bleibt zu Haus bis zu drei Jahren, das sind alles Strukturen, die die Position der Frauen im Beruf schwächen.  

    TH: Im europäischen Vergleich sind wir, was die Geschlechterverteilung im Architekturberuf betrifft, glaube ich, in etwa rangletzte, mit Estland.

    SF: Ja, es ist dabei sich zu bessern. Die neuen Bedingungen für die Versicherung, die Pflichtversicherungen usw. In der Kammer haben sie die Situation verbessert, aber trotzdem ist es ein sehr schwieriges System, das ist in Wien ganz anders als in den Bundesländern; in Wien geht’s noch, aber in andern Bundesländern … 

    AI: Also, in Vorarlberg, wo ich den Vortrag gehalten habe, gibt es ca. zehn selbständige Architektinnen ... Ich habe nicht genau die Zahl, wie viele Architekten es insgesamt dort gibt … aber der Anteil ist marginal. Das hat mit dieser traditionellen Mutterrolle, aber auch mit dieser kleinteiligen Architektenszene zu tun. Meist sind nur zwei, drei Leute im Büro und wenn da jemand ausfällt oder nur halbtags kommt, ist die Lücke dann viel schwerer aufzufüllen. In Deutschland gibt es ja viele große Büros, das bietet wieder andere Möglichkeiten; also man muss auch darüber nachdenken, wie die Strukturen hier sind.

    SF: Trotzdem glaube ich, in der Kleinteiligkeit …  Die Frage der Teilzeit … Kann man? Will man? Das ist so ein Spannungsfeld, denn letztendlich kommen wir dann zu dieser Ideologie: Es sollte keine Zeitbegrenzung geben, es ist kein Beruf, es ist eine Leidenschaft! Es ist eine Kunst! Das ist aber auch letztendlich eine ideologische Voraussetzung, die man nicht erfüllen kann, wenn man andere Verpflichtungen hat, die nicht unbedingt im Beruf verankert sind. Darüber gibt es wenig Diskussionen und in der Ausbildung ist dieses „Architekt als Künstler“ sowieso unglaublich stark verankert. Dementsprechend wird das auch weitergelebt und weitergetragen.

    TH: Ihr habt diese Studie ja explizit an Männer und Frauen als ArchitektInnen gerichtet. War das bewusst so?  

    AI: Wir interessieren uns eigentlich nicht für reine Frauenthemen. Es ist generell ein strukturelles Problem, so wie wir es jetzt dargelegt haben. Und dass es hauptsächlich Frauen betrifft, wissen wir auch. Aber das hat jetzt nichts damit zu tun, dass es uns nur um Frauen geht. Uns geht es darum, diese strukturellen Schwierigkeiten aufzuzeigen.

    SF: Es betrifft auch Männer; letztendlich betrifft es Eltern und müsste von beiden angegangen werden. Für uns war ganz wichtig, nicht in eine Ecke der Frauendiskussion  gedrängt zu werden. Es ist ein allgemeines Thema, denn es geht um Qualität, um die Möglichkeit des Berufes für beide; ich meine, es ist nicht nur für Frauen ein Problem, wenn ich keine Zeitbegrenzung habe, sondern auch für Männer, das sieht man bei gewissen Interviews: Scheidung usw. Die Lösung können natürlich nicht nur Frauen finden. 

    TH: Kinderbetreuung sollte kein Frauenthema sein, es gibt ja manche Männer, die auch in Karenz gehen, die dann wieder Schwierigkeiten haben in Jobs einzusteigen. 

    AI: Ja, es ist ein bisschen anders gelagert, weil man unter Männern dann auch so ein bisschen mit seinem Standing zu kämpfen hat.

    TH: Siehst du als Auswegs-Möglichkeit – eben diese Vernetzungen? Könnte das irgendwie ein Thema sein? Dass mehr Flexibilität, Auslagerung und Zusammenarbeit etwas verändern könnte?

    AI: Ich glaube, dass dieses Miteinander-austauschen etwas ist, was Zukunft hat. Mit dieser Kleinteiligkeit in der Architekturbranche tun sich alle schwer, unabhängig von der Work-Life-Balance. Von daher glaube ich, dass es auf jeden Fall sein muss ... Wir haben auch über dieses Job-Sharing geredet, also zu zweit eine Vollzeitstelle zu füllen. Da muss man kreativer werden.

    SF: Die Vernetzung ist definitiv ein wichtiges Thema, für den Beruf im Allgemeinen. Das war auch ein Schluss vom Manual, wo man gesagt hat: Das Feld hat sich so erweitert, man muss sich in diesem Feld positionieren, aber auch sich zum Teil flexibel positionieren können. Ein Weg ist unterschiedliche Know-hows kombinieren zu können. Das kann man nicht in einem Team, in einer kleinen Einheit, vielleicht auch nicht in einer großen Einheit schaffen. Die Vernetzung und die Synergien zwischen unterschiedlichen Kompetenzen und Know-hows, unterschiedliche Formen von Strukturen und wahrscheinlich auch unterschiedliche Produktionstypen oder auch Produkttypen, das ist ganz wichtig. Besonders aus der Perspektive von: Was passiert, wenn man Kinder bekommt? Und wie positioniert man sich dann am Markt? Da ist es besonders wichtig … Viele sagen: Okay, ich gehe dann nicht in ein Büro oder ich finde nichts in einem Büro, das heißt, ich mache mich selbstständig, also allein selbständig. Das sind die kleinsten Einheiten, die aber in einem normalen Markt kaum überleben können. Sie kämpfen mit: Klein zu sein, plus allein und plus nichts verdienen. Plus die totale Verantwortung für die Kinder, weil sie sind die, die dann mit dem Partner verhandeln müssen, wenn es darum geht: Wer bleibt zu Hause, weil das Kind krank ist.

    AI: Das ist dann eine finanzielle Frage.
SF: Wer mehr verdient? Wer hat den wichtigsten Job? Wer ist der „Bread-Winner“... Wer geht weiter in den Job, in die Karriere, wenn man entscheidet … Wer ist der, der „hinten bleibt“. Ist es die Frau? Mit dieser Art von Strukturen, ist es dann wie ein Hobby, das nicht funktioniert und nicht mehr ein Beruf. Und dann ist Vernetzung und Know-how, im Sinne von Sharing und sich Positionieren schon eine Chance, mit dem bestehenden System umgehen zu können. Aber das ist nicht einfach, man muss es machen können, man muss die Zeit haben, man muss auch die Strukturen dazu haben. Deshalb war die IG Architektur ein Versuch, das Thema auf den Tisch zu bringen. 

    TH: Da war ich bei der Veranstaltung der IG Architektur, bei der ihr das erste Buch Manual for Emerging Architects präsentiert habt. Es gab dann noch eine weitere Veranstaltung über die Vereinbarkeit von Architekturberuf und Familie, bei der ihr das Projekt aber erst vorgestellt habt.

    AI: Da hatten wir am Tag einen Work-Shop und am Abend haben wir Best-Practice Beispiele gezeigt. Da war auch der Peter Nageler von nonconform dabei, der das aus der Sicht des Mannes erzählt hat. Er hat auch gesagt, dass seine Frau mehr Zeit für die Kinderbetreuung aufbringt. Wie Ursula Schneider von POS Architekten Beruf und Familie miteinander vereint, ist ein schönes funktionierendes Beispiel. Sie haben in einem Haus gewohnt und gearbeitet. Das hat gut funktioniert.

SF: Und haben einen sehr starken Anspruch nach Gleichberechtigung. Aber dieser Anspruch kommt zur Implementierung, zu einer Zeit, wo man selbst die Strukturen definieren kann.

    AI: Was man vielleicht schon sagen kann, ist, dass dieser Anspruch auf Gleichberechtigung  in den meisten Fällen von der Frau eingefordert wird. Ich weiß nicht, ob du das unterschreiben würdest, aber bei denen, mit denen wir gesprochen haben, war es immer die Frau, die das eingefordert und gesagt hat, sie will das… Und der Mann war bereit dazu, aber andersrum … braucht man nichts einzufordern. Es sind schon immer die Frauen, die ganz klar wissen, was sie wollen und damit dann auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schaffen. 

    SF: Aber eher eine Minderheit. Und in den meisten Fällen kommt man sehr unvorbereitet zum Thema. Die haben alle gedacht bzw. gesagt: Ich hatte keine Vorstellung, ich hatte kein Role-Model. Man ist in einer sehr schwachen Position, wenn man das nicht im Voraus geklärt hat. Da schlittert man schnell hinein in diese traditionellen Rollen und hat sich nie darüber Gedanken gemacht, weil vorher war ja alles möglich und 50:50. Man denkt alles mit diesem Gleichberechtigungsgedanken, die Männer auch. Aber in dem Moment, wo das Thema am Tisch kommt, schlittert man in diese traditionelle Ungleichberechtigung hinein, ohne es zu wollen. Deshalb ist es schon notwendig, dieses Thema im Voraus auf den Tisch zu bringen, in unserer Generation waren wir nicht so – das wäre mein Schluss für mich. Ich war nicht vorbereitet. 

    AI: Man ist nicht vorbereitet und doch auch überrascht, wie viele Frauen eine traditionelle, oder passive Rolle einnehmen; also nicht diese aktive, über die wir gerade geredet haben. Dann muss man sich auch bewusst sein, was das heißt. Es sind ja nur ein paar Jahre und dann werden die Kinder selbständig und dann … Was ist dann? Das muss von Anfang an bedacht werden. Sonst steht man nach drei, vier Jahren da und hat nichts mehr und dann kommst du auch nicht mehr rein, dann ist der Zug abgefahren. Und viele sind sich dessen nicht bewusst. 

    TH:  Habt ihr euch in der Care-Arbeit für die Kinder bewusst für ein Modell entschieden?

    SF:  Also, ich bin keine Best-Practice für die 50:50 …

AI: Jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Ich glaube auch: Es gibt kein richtig und falsch. Es gibt verschiedene Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, du musst es für dich gestalten. Erstens musst du es gestalten und dann musst dir auch der Konsequenzen für deine Zukunft bewusst sein, das ist, glaube ich, wichtig ...

    SF: ... dass es eine bewusste Entscheidung ist … und nicht: Man schlittert hinein … z.B. und man hat gesehen: Es gibt schon Teilzeitjobs, aber die werden Personen angeboten, die vorher in den Büros gearbeitet haben; man kennt sie schon und weiß, was sie schaffen und das ist dann kein Problem, ihnen einen Teilzeitjob zu geben. Man weiß, was man bekommt und man bekommt fast so viel wie bei einem 40-Stunden-Job, aber es kostet weniger und das ist okay. (Pause) Für den Job heißt das: Ich muss, bevor ich in Karenz gehe, in einem Büro arbeiten, das in der Lage ist so etwas zu machen. Wenn ich aber irgendwo arbeite, wo ich nicht die Möglichkeit habe in einen Teilzeitjob zurückkommen, bin ich in einer schwierigen Position, weil von Null wird dir kein Teilzeitjob angeboten. Das heißt, ich muss im Voraus wissen, wohin ich will. Ich muss die Bedingungen schon im Voraus checken. Sonst habe ich ein Problem im Nachhinein, aber niemand denkt de facto so.

    SF: Allgemein darf man nicht aus den Augen lassen, dass der Beruf per se schwierig ist. Es ist eine sehr schwierige Situation und die zusätzlich schwierigen Komponenten muss man kombinieren können. Zum Teil geben Büros die Bedingungen weiter, die sie selbst bekommen. Das ist irgendwie eine Kettenreaktion und das muss man auch im Auge behalten: Okay, dass man das nicht schaffen kann, in der Praxis bei gewissen Barrieren durchzukommen. Es sind sehr viele am Markt, sehr viele sehr gute, in einem überfüllten Markt mit nicht genug, vielleicht spezifischen Angeboten. Man lehrt und denkt, es ist eine Kunst und nicht eine Dienstleistung. Und man muss sich überlegen, wie positioniere ich mich am Markt, was für Produkte biete ich an? Gibt es einen Markt für diese Produkte? Wie kann ich meine Kompetenzen und meine Fähigkeiten für den Markt verpacken, das lernt man nicht in der Uni, weil man viel ein monofunktionales Bild der Architektur vermittelt und … Das habe ich zum Beispiel in Italien sehr stark erlebt: Wir haben über diese Spezialisierung gesprochen, wo es multidimensional ist, und man sich überlegen sollte, wo positioniere ich mich zwischen „Wie-ich-Sachen-mache“, „Was-ich-tue“ mit welchen Attributen und so. Ist es Nachhaltigkeit, ist es Wohnbau, ist es Nachhaltiger Wohnbau mit Partizipation. Diese Kombinationen muss man gestalten können, denn so einfach zu sagen: „Ich bin Architekt“ ist es für die meisten nicht mehr.

    TH: Und euer Büro hat sich da spezialisiert?

    SF: Nicht ganz bzw. zum Teil. Es gibt gewisse Sparten, die wir abdecken, aber das ist auch ein Problem, das wir haben. Zum einen bauen wir jetzt ein Hochhaus, in einer Zusammenarbeit mit einem internationalen Büro. Zum andern mache ich Partizipationsprojekte in kleinen Dörfern über Ortskernbelebung. Es gibt Büros, die so was machen und dementsprechend auch weiterkommen, wo diese Diskussion „Was biete ich?“ ganz andere Dimensionen schafft. Aber das ist diese Spannung zwischen „Was ich sehe“ und „Was ich mache“, das muss nicht das Gleiche sein. 

    TH: Was diese Betreuungszeit betrifft, wie du gesagt hast, etwa vier Jahre, dann würde man wieder voll arbeiten können? 

    AI: Vollwertig würde ich jetzt nicht sagen, aber es wird immer mehr Zeit, die man zur Verfügung hat. 

    TH: Eigentlich geht es da um dieses Gap: Karenz und Karriereknick, Wiedereinstieg und … 

    SF: Ja, aber die Frage ist: Wie gestalte ich dieses Gap. Wie geht es weiter? Ein Kind mit zehn Jahre braucht genauso Betreuung, Geschenke für die Kindergeburtstage, Schultaschenreinigung etc. Man muss trotzdem da sein. Babysitten und so. Wer hat die Telefonnummer von der Babysitterin? Das sind Themen, die sehr langfristig sind, trotzdem ist die Sorge-Arbeit immer da. 

    TH: Eigentlich bräuchte man einen Kurs, wie man gleichberechtigt einen kinder- oder besser: familiengerechten Alltag organisiert.

    SF: Aber darüber wird nie gesprochen. Ich habe - für mich ein sehr spannendes Modell - von POS gehört; das hat sich sehr spannend angehört. Sie hatten 24-Stunden-Schichten. Von elf Uhr am Abend – um elf Uhr am Abend wird die Verantwortung übergeben, für den nächsten Tag. Und an diesem Tag hatte der eine die volle Verantwortung; das heißt: Auch wenn das Kind krank ist, Geburtstag etc. Der eine war für Musik, der andere für Sport, nur das war getrennt. Der zweite Punkt war: Selbständige Kinder zu erziehen; das heißt unterschiedliche Aktivitäten müssen sie selbst machen, sobald es möglich war. So war das klar: Wer zu Hause ist, wenn das Kind krank ist, der übernimmt das. So, es ist eine klare Regelung da; und das funktioniert, glaube ich. Nur es ist die Zeit, die gemeinsame Zeit, und die Zeit für sich selbst  ...  man spricht auch von der Arbeit an sich selbst, das sind Elemente, die dann sehr oft wegfallen, aber es geht um diese Formen und Modelle von Gleichberechtigung, die helfen sehr viel, wenn man es schafft. Dahin kommen wir allgemein, Männer und Frauen, sehr unvorbereitet, denn der ganze feministische Diskurs der 70-er Jahre betrifft uns nicht, weil wir ja gleichberechtigt sind, bis wir zu dieser Schnittstelle kommen. 

    Silvia Forlati absolvierte ihr Architekturstudium an der IUAV, Venedig und am Berlage Institut Amsterdam. Beruflicher Werdegang: 1998 -2002 tätig bei VenhoevenCS in Amsterdam und für Zaha Hadid Architects in London-Singapur, 2000 gründet Sie mit ihren Partnern SHARE architects in Wien. Seit 2002 ist sie Assistentin des Wohnbau- und Designinstitutes an der Technischen Universität in Wien. Sie betreut StudentInnen und betreibt Forschung über innovativen Wohnbau. Sie ist Mitbegründerin von wonderland (wonderland – platform for european architecture)

    Anne Isopp ist Architekturjournalistin

    Studium der Architektur in Graz und Delft. Ab 1999 Arbeit als Architektin in Hamburg. Seit 2003 freie Architekturjournalistin in Wien, u.a. tätig für Salzburger Nachrichten, profil, Architektur&Bauforum, Baumeister. aktiv bei wonderland (wonderland – platform for european architecture)

    Anne Isopp und Silvia Forlati arbeiten gemeinsam an Publikationen und Studien für wonderland, u.a.: Manual for Emerging Architects und mit Sabina Riß-Retschitzegger die Studie „Vereinbarkeit von Architekturberuf und Familie. Strategien, Modelle und Erfahrungen“

    Interviewreihe im Zuge von: Margarete und ihre Schwestern - Heldinnen der Architektur
    Eine aktionistische Wanderausstellung auf den Vorplätzen der Architekturuniversitäten Wiens

    Theresa Häfele_Wien_ 2017

    Interview Silvia Forlati und Anne Isopp     - über die Vereinbarkeit von Architekturberuf und Familie

    info

    Theresa Häfele im Gespräch mit Anne Isopp und Silvia Forlati über die Vereinbarkeit von Architekturberuf und Familie.

    TH: Was ist eure berufliche Tätigkeit? 

    AI: Ich habe Architektur studiert, ein paar Jahre  als Architektin gearbeitet und bin jetzt seit mehr als zehn Jahren Architekturjournalistin. Ich bin Chefredakteurin der Fachzeitschrift Zuschnitt. Nebenher schreibe ich für mehrere Fachzeitschriften und für Tagesmedien über Architektur. 

    SF: Ich habe auch Architektur studiert und mir gefällt die Verbindung von Praxis, Lehre und Forschung. Ich habe ein Büro mit zwei Partnern hier in Wien und bin immer auch parallel tätig, zum Teil an der TU in der Lehre und zum Teil bei „Wonderland“ Thema Architekturpraxis. „Wonderland“ ist eine Plattform für Junge Architektur aus Europa, ansonsten interessieren mich Wohnbau, Innovation, Städtebau ... ein breiter Ansatz.

    TH: Seid ihr beide Gründerinnen von „Wonderland“?

    AI: Ich nicht, Silvia ...

    SF: ... aber du bist sehr zeitnah eingestiegen.

    AI: Wir waren noch in Hamburg, als „Wonderland“ gegründet wurde. Als wir zurückkamen, sind zwei, drei Leute aus Wonderland ausgeschieden und wir haben dann einen der frei gewordenen Plätze besetzen können. Unser Team bestand aus meinem Mann, auch Architekt, mir und einem Dritten. Die Idee war als Architekten zusammenzuarbeiten, wir haben dann diese Europa-Tour mitgemacht, die Zusammenarbeit darüber hinaus aber nie weiterverfolgt. Ich bin dann recht bald in die journalistische Richtung gegangen.

    SF: Da haben wir uns getroffen, als Team, als „Querteam“, denn uns hat es beide interessiert, die Informationen, die in „Wonderland“ versteckt waren, nach außen zu bringen: Wie funktioniert die Architektur in der Praxis? Welche Themen sind relevant? Wir hatten das Gefühl, es gab sehr viel Know-how, das nicht formuliert, aber sehr wichtig und spannend war. Es war wirklich eine ganz andere Architektur-Praxis als vorher und diese Fragen: In welche Richtung? ... Welche Möglichkeiten, welche Spielräume gibt es? ... haben uns sehr beschäftigt. Es war auch eine reflexive Überlegung, weil auch wir uns gefragt haben: Was machen wir? Wie geht es weiter?

    TH: Noch ein paar Fragen zum persönlichen Lebenslauf: Du hast an der TU studiert?

    SF: Nein. Ich habe in Italien studiert, dann in Amsterdam einen Master gemacht. Und von dort bin ich in die Architekturpraxis eingestiegen, zuerst für ein Jahr in Holland, war dann in London und in Singapur. Ein Büro zu gründen, war ein Thema und ich wollte das mit meinem Mann, der auch Architekt ist, in Wien machen. Gleich als wir nach Wien sind, habe ich an der TU zu lehren angefangen. 

    TH: Und „Wonderland“ ist dann wie entstanden? 

    SF: „Wonderland“ war für uns der Anstoß eine Architektur-Praxis zu gründen, bei dieser ersten Ausstellung in Kärnten mitzumachen, macht ein Konzept. Der Anstoß: Okay, wir müssen uns nach außen präsentieren. Somit ist die Gründung unserer Architektur-Praxis entstanden. 

    TH: Die Idee von „Wonderland“ hat mit Vernetzung zu tun?

    SF: Ja, aber es war ein Bottom-Up-Projekt. Das Ganze hat mit einem Raum angefangen, in Kärnten, in Kärnten, in St. Veit an der Glan, wo jemand gefragt wurde: Bitte macht eine Ausstellung. Sie waren sehr jung und hatten nicht genug, um den Raum zu füllen, sie haben dann das Netzwerk, das sie hatten benutzt, um andere ins Boot zu holen. Die Frage war: Wie macht man das? Zuerst wurde der Raum verteilt und dann die Entscheidung getroffen: Wir brauchen ein gemeinsames Ausstellungssystem. Zwischen allen Vorschlägen wurde einer gewählt, der erweiterbar war. Und das war erweiterbar, weil das eine einfache  Idee war: einfach zusammenzubauen … und weil wir in der Ferne waren – wir waren in Singapur – und diese Einfachheit war für uns eine Rahmenbedingung, die die anderen nicht hatten, die vor Ort waren. Vielleicht hat es uns geholfen, dass wir nicht dort waren, bei der Entscheidung, weil es diese Neutralität hatte … Das war dann unser erstes Projekt, mit Umsetzung, als Team. 

    TH: Und der Vernetzungsgedanke kam später? 

    SF: Nein, also diese erste kleine Vernetzung, zwischen den elf (Ausstellungsteilnehmern) in Kärnten, war relativ zufällig. Irgendwie ist die Möglichkeit entstanden, mit dieser Ausstellung in Österreich zu touren; dann die Diskussion: Okay, wie geht man weiter? Wir waren in Wien, in Graz und dann war es mehr oder weniger aus. Es ist die Idee entstanden, es noch irgendwo anders zu probieren, die Ausstellung irgendwo außerhalb von Österreich zu präsentieren: Ja, aber macht das Sinn, elf junge Architekturbüros in Bratislava zu zeigen? Ja, aber es macht mehr Sinn, wenn man auch die lokale Situation mit einbindet. So lässt sich eine andere Dimension erreichen und somit ist diese Weitervernetzung, außerhalb von Österreich, entstanden. Diese Idee des Bottom-Up-Prozesses, man wiederholt das, sucht jemanden, der jemanden sucht – eine Art Domino-Effekt– ohne das von oben zu korrigieren und zu steuern. Und man hat das Bottom-Up-System wiederholen wollen in anderen Ländern und so ist diese große Vernetzung entstanden, diese Tour von 2004 bis 2006, mit Ausstellungseröffnungen, dann zusätzlich mit einer EU-Förderung.

    TH: Und wie ist das organisiert? „Wonderland“, wie? Über eine Plattform? 

    SF:  Es war ja ursprünglich eine Plattform, die sich weiterentwickelt hat. Jetzt gibt es eine zweite Generation, die weiter mit der Idee von europäischer Dimension arbeitet und sich als Plattform versteht, die helfen, die quer vernetzen will, auch gemeinsame Aktivitäten hat. Es gibt Project-Spaces, mit Möglichkeiten, Workshops abzuhalten, wo mehr Teams dazukommen, um sich international mit lokalen Gegebenheiten zu befassen. Es gibt Publikationen. Oder die Möglichkeit Ideen zu verwirklichen, die ein kleines Team nicht schaffen kann, aber durch die Vernetzung wird es machbar.

    AI: Am Anfang waren es nur die Teams von „Wonderland“, die ausgestellt haben. Heute  kann man leichter Mitglied werden und sich einbringen. Es ist zu einer offeneren Plattform geworden als zu unserer Zeit.

    TH: Und zu deiner Person? Wo hast du studiert?

    AI: Ich habe in Graz studiert, ein Auslandssemester in Holland gemacht, aber im Großen und Ganzen in Graz studiert. Nach dem Studium bin ich nach Hamburg gegangen und habe dort vier Jahre als Architektin gearbeitet und bin dann mit meinem Mann wieder nach Österreich, weil er sich hier selbständig machen wollte. Das war für mich der Zeitpunkt, wo ich dachte: So, wenn ich jetzt meinen Job in Hamburg aufgegeben habe, dann möchte ich jetzt etwas ausprobieren, was mir immer so im Kopf herumgeschwebt ist und habe dann ein Aufbaustudium für Journalismus gemacht. So bin ich in den Journalismus reingerutscht. Die Architektentätigkeit habe ich ganz aufgegeben. Das Aufbaustudium ging von 2003 bis 2005 und dann ging alles sehr schnell, dass ich für viele Medien geschrieben habe. Angefangen habe ich für „STANDARD“, „Profil“, „Salzburger Nachrichten“ zu schreiben, das war dann wie so eine Welle, man merkte, der Bedarf ist da. Wenn man bei einem anfängt, wird man weitergereicht. 2007 habe ich ein Kind bekommen und habe mich eine Zeit lang aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen. 2008 habe ich dann angefangen für die Fachzeitschrift Zuschnitt zu arbeiten. Den Tagesjournalismus mache ich seit dem nicht mehr in der gleichen Intensität wie vorher gemacht, denn das ist schwierig mit Kind zu vereinen.

    TH: Wie war das im Studium: Was war deine Motivation Architektur zu studieren? 

    AI: Ich habe mich immer für kreative Sachen interessiert; hätte auch gerne Mathematik studiert. Ich habe mir vorgestellt: Das ist eine gute Kombination, ohne eigentlich genau zu wissen, was mich da erwartet – wie bei vielen meiner Studienkollegen: man hat so eine diffuse Vorstellung.

    TH: Konntest du das dann auch umsetzen, im Architekturbüro?

    AI: Ja, im Architekturbüro – das ist schon immer ein Sprung ins kalte Wasser – von dem, was man in der Uni lernt und dem was man sich vorstellt. Silvia und ich haben auch viel diskutiert über dieses Stararchitektentum. Stararchitekt zu werden -  das schwebt einem ja so vor, als Weg, ohne die eigenen Qualitäten wirklich beurteilen zu können. Nach dem Studium geht man ins Büro und zeichnet erst einmal Detailpläne, Fliesenpläne usw. Das war alles kein Problem, nur habe ich mich in Hamburg immer wieder gefragt: Wo sind die Architekten mit 40? Die Frage „Wie geht es für mich weiter?“ hat sich für mich früh gestellt. Du hast vorhin von Role-Models gesprochen ... Da habe ich eigentlich keine gefunden. Ich wusste bald: Selbständig sein, ist nichts für mich. In den meisten Büros sind nur junge Leute so um die dreißig und das ist, glaube ich, nach wie vor meistens so. Da muss man sich überlegen: Wohin geht der eigene Weg? Das hat mich in den ersten Berufsjahren extrem beschäftigt. Von daher war klar, dass die Architektur, der klassische Architektenberuf, für mich keine Perspektive bietet.... Und dass der Journalismusberuf dann so aufgeht, das habe ich natürlich auch nicht gewusst, ich dachte eher, ich gehe an die Uni oder so, mache Dissertation, ein Weg, den man von der Uni her kennt. 

    TH: Wie war das bei dir im Studium? Deine Vorstellung von Architektur? 

    SF: Das war eine ähnliche Motivation. Ich habe Mathematik sehr gerne gehabt, auch kreative Sachen haben mich immer beschäftigt und im Studium war dann schon klar: Ich möchte Architektin werden. Das Raum-Schaffen hat mich stark interessiert, dieses „die Realität beeinflussen“, die Möglichkeit, etwas zu verwirklichen, in den Raum zu stellen. Daher war es für mich in die Architekturpraxis, als ich endlich hineingekommen bin, sehr spannend, etwas zu realisieren. Umgekehrt bezieht sich dieses „Bewirken” nicht nur auf den Raum, sondern auch auf die Vorbedingungen, die sind wichtig; und um die zu beeinflussen, muss man sich einen Schritt vorher positionieren. Das versuche ich breit zu erweitern, im Moment springe ich zwischen theoretischem Diskurs und Städtebauplanung – oder Planungsprozessen und „Wie funktionieren Lüftungen in einer Toilette?“ Die Themenpalette, womit ich mich beschäftige, ist sehr breit, das ist spannend und auch manchmal schwierig, weil die notwendige Tiefe nicht immer zu erreichen ist.

    TH: Habt ihr bezüglich der „Themenpalette“ eine Aufteilung mit deinen zwei Partnern? 

    SF: Nein, da ist mein Mann und noch ein Partner. Ich konnte in meinem Büro die Arbeit für „Wonderland“ machen ... es gab auch Spannungen manchmal, weil so gut bezahlt war es doch nicht … Es war irgendwie möglich, das zu machen, das zu kombinieren. Ich habe immer ein bisschen eine Joker-Position gehabt, auch weil ich dann mit den Kindern nicht ganz 100%-ig da sein konnte, wie die anderen zwei Partner es sind, daraus hat sich eine Art Sonderrolle entwickelt. … Oder aus meinen Interessen heraus, dass ich Sachen ausprobiert habe und sich dann andere Türen aufgemacht haben, die sich jetzt auch wiederholen ... das ist jetzt auch im Büro so … dass sie sich fragen: „Und wo ist jetzt die Silvia, was macht sie jetzt?“ Und das ist nicht immer ganz klar. (lacht)

    AI: Da kann ich gut ergänzen, jetzt auch zu meiner Person. Mein Herz schlägt trotzdem für Architektur, auch wenn ich nicht als Architektin tätig bin. Ich begleite das Architekten-Geschehen einfach von einer anderen Perspektive aus … Dass dieses Studium mich auch sehr geprägt hat; und dieses Interesse, dass es sich von daher schon gelohnt hat, das zu studieren. Einfach nicht als ausführende Architektin, sondern als schreibende sozusagen.

    TH: Wie seid ihr zu der Studie gekommen, die ihr gemacht habt (Vereinbarkeit von Architekturberuf und Familie)? 

    AI: Angefangen haben wir damit ein  Buch über den Architektenberuf zu machen. Das Wonderland manual. Dieses Buch ist praktisch aus dem, was wir vorher erzählt haben, entstanden: Aus dieser Ausstellung heraus, aus diesen Diskussionen mit den Architektenkollegen ist erst das Wonderland-Magazin entstanden und daraus dann später das Buch. Wir wollten unterschiedliche Aspekte des Architektenberufs unter die Lupe nehmen und eine Austauschplattform schaffen. Das war die Idee. Als das Buch 2012 erschienen ist, haben wir es in München vorgestellt und das war die Initialzündung zu der von Dir angesprochenen Studie. Da war eine Dame von der Architekten-Kammer, die hat gesagt, sie mache Kurse für Frauen, für den Wiedereinstieg und meinte – also am Anfang haben sie Computer- und Rechtskurse und so was angeboten – dass die Frauen gar nicht so daran interessiert wären. Das ist eigentlich nicht das Thema, das die Frauen beschäftigt, sondern ganz andere: Dass sie wieder einen Standpunkt und eine Perspektive finden: „Was mache überhaupt …“ 
SF: Über den Beruf. 
AI: Genau. Und das war dann der Anlass, dass wir gesagt haben ... 
SF: ... und die wollten immer über das Privatleben der Architekten, ein Kapitel, das wir nie geschafft haben, für das Manual. Ich glaube, das war der Outcome, dass wir irgendwann gesehen haben, dass in den 99 Teams erstaunlich wenig Frauen waren – obwohl das damals die junge Generation war. Es war ja auch unsere Erfahrung, als Frauen, als Mütter, denn … Dieses Thema ist gekommen, als die Kinder schon da waren. Wir haben parallel die Kinder bekommen; die waren dann so fünf, sechs und das war schon ein Moment, wo wir wieder Luft bekommen haben und parallel diese Reflexion über unsere eigene Position möglich war, wo ein bisschen ein Abstand vorhanden war. 

    AI: Sieht man sich so im Freundes- oder Bekanntenkreis um, sind viele Frauen nach der Karenz nicht mehr in die Architektur zurückgekehrt. Wir sind ja alle gleich gestartet. Ich bin mir sicher, dass dies alle sehr gute Architektinnen sind. Und wenn Sie doch noch als Architektin arbeiten, dann zumindest nie  in diesen verantwortungsvollen Positionen, in der sie gestalten, leiten und steuern können. 

    TH: Ist es eine Frage der Bürostruktur?

    SF: Ich glaube, es ist nicht nur Frage der Bürostruktur, sondern auch der Projekt-Struktur. So eine leitende Position, die Projekt-Umsetzung … oder auch Konzipierung zum Teil ...

    AI: Wenn man sich dann die Zahlen aus unserer Studie anschaut, dann ist es echt erschreckend, dass mehr als die Hälfte der Studenten Frauen sind, die dann nach dem Studium von der Bildfläche verschwinden. Es gibt ja kaum bekannte Architektinnen. Sowieso kaum eine, die ein Büro alleine führt. Wenn sind es Teams, bei denen das funktioniert. Oft hat es dann doch mit der Rolle in der Familie zu tun. Und das war die Motivation, sich das einmal genauer anzusehen, also: Woran liegt es und welche Möglichkeiten gibt es, das doch irgendwie hinzukriegen? 

    SF: Von meiner Seite, als Lehrerende an der TU, da erlebt man dieses 50:50 Verhältnis und dass die Motivation bei Frauen sehr hoch sein kann und auch die Qualifikation, trotzdem überlege ich: Wohin gehen alle diese Studierenden? Allgemein, aber insbesondere: Wohin gehen diese Studentinnen? Und ich frage mich: Was vermittle ich ihnen? 

    AI: Ich habe viel mit Frauen geredet, die in der Architektur erfolgreich sind und jedes Mal sagen sie: Ja, ich habe ja keine Kinder, also kann ich mich da auspowern … Das klingt wie eine Entschuldigung Das trennt sich dann: Diejenigen, die keine Kinder haben, sind die, die dann auch viel mehr Zeit haben, um was zu erschaffen und Erfolg zu haben. 
SF: Und keine Karrierebrüche haben. 

    TH: Also die Frauen, die erfolgreiche Architektinnen sind, das habt ihr über eure Studie erlebt … Das funktioniert nur ohne Kinder.  

    AI: Es ist viel einfacher, würde ich sagen.  
SF: Einer von den Schlüssen, zu denen wir kamen: Es gibt gewisse Konfigurationen, wo es besser funktionieren kann, mit den Kindern. Das hängt sehr stark mit dem Partner zusammen, wo Lebensprojekt und Berufsprojekt überlappend sind, damit gibt es diese Flexibilität – die dann oft auch eine räumliche Flexibilität ist – wo Wohnen und Arbeit zusammenkommen und Organisation gemeinsam gestaltet werden kann. Ansonsten scheint es sehr sehr schwierig zu sein … und auch der Trend, sich in anderen Feldern zu positionieren, scheint stark zu sein. Um die Sicherheit zu schaffen, um das Zeitmanagement zu schaffen. Das war sehr, sehr stark und … in ein anderes Feld zu wechseln, das wird als Verlust erlebt.

    AI: Dass man mit dem Herzen dabei ist, das haben wir von vielen gehört ...
SF: ... also diese Leidenschaft...
AI:  ... aber dann keine Möglichkeit mehr zu sehen, weil die zeitlichen Strukturen oder auch andere Strukturen in vieler Hinsicht einfach nicht die Möglichkeit bieten, z.B. um drei zu gehen und trotzdem interessante Aufgaben zu machen. Das bieten andere Berufssparten schon …  

    SF: ... aber dann gibt es nicht mehr so eine starke Leidenschaft. Die zeitlichen Strukturen sind auch ideologische Strukturen.

    AI: Zeitlich, ideologisch, finanziell, es gibt mehrere Strukturen ...

    SF: ... ist die Frage, was für ein Bild die Architekten von sich selbst haben oder haben wollen. ... das ist ein Bild, das keine Vereinbarkeit zulässt. Für Männer, sowie für Frauen.

    TH: Ihr seht also nicht das Problem, dass Frauen generell nur kleinere Projekte bekommen? Dass sie nicht so viel Verantwortung bekommen wie die Männer, sondern eher das Problem, in der Zeiteinteilung, eben ein Karriereknick …  also nicht, dass man eine  Frau gesellschaftlich nicht in dieser Position wahrnimmt, ein Projekt zu leiten, ein Großprojekt zu leiten?

    AI: Das ist individuell und kann man weder mit Ja noch mit Nein beantworten. Ich glaube trotzdem, das habe ich in meiner Erfahrung in Hamburg gemacht: Wenn eine Frau kommt, die kompetent wirkt, die das will, die schafft das auch. Ich glaube, sich da jetzt in die Rolle drängen zu lassen: Wir armen, wir kriegen das nicht... Das glaube ich nicht.

    SF: Das ist nicht das große Thema. Es gibt ein strukturelles Thema: Dass die zeitlichen Strukturen und die Erwartungen nicht in Ausgewogenheit mit einem Familienleben harmonieren können. Das heißt, das kann nicht funktionieren. Und dann muss man wählen und da fängt das Problem an. In Österreich ist das besonders stark, weil die Formen der Kinderbetreuung, die Ideologie über die Mutterrolle sehr stark in einer „Nicht-Gleichberechtigung“ verankert ist. Ja, die traditionelle Rolle der Frau, die Kinderbetreuung, die nicht als Struktur angeboten wird; aber die Mutter bleibt zu Haus bis zu drei Jahren, das sind alles Strukturen, die die Position der Frauen im Beruf schwächen.  

    TH: Im europäischen Vergleich sind wir, was die Geschlechterverteilung im Architekturberuf betrifft, glaube ich, in etwa rangletzte, mit Estland.

    SF: Ja, es ist dabei sich zu bessern. Die neuen Bedingungen für die Versicherung, die Pflichtversicherungen usw. In der Kammer haben sie die Situation verbessert, aber trotzdem ist es ein sehr schwieriges System, das ist in Wien ganz anders als in den Bundesländern; in Wien geht’s noch, aber in andern Bundesländern … 

    AI: Also, in Vorarlberg, wo ich den Vortrag gehalten habe, gibt es ca. zehn selbständige Architektinnen ... Ich habe nicht genau die Zahl, wie viele Architekten es insgesamt dort gibt … aber der Anteil ist marginal. Das hat mit dieser traditionellen Mutterrolle, aber auch mit dieser kleinteiligen Architektenszene zu tun. Meist sind nur zwei, drei Leute im Büro und wenn da jemand ausfällt oder nur halbtags kommt, ist die Lücke dann viel schwerer aufzufüllen. In Deutschland gibt es ja viele große Büros, das bietet wieder andere Möglichkeiten; also man muss auch darüber nachdenken, wie die Strukturen hier sind.

    SF: Trotzdem glaube ich, in der Kleinteiligkeit …  Die Frage der Teilzeit … Kann man? Will man? Das ist so ein Spannungsfeld, denn letztendlich kommen wir dann zu dieser Ideologie: Es sollte keine Zeitbegrenzung geben, es ist kein Beruf, es ist eine Leidenschaft! Es ist eine Kunst! Das ist aber auch letztendlich eine ideologische Voraussetzung, die man nicht erfüllen kann, wenn man andere Verpflichtungen hat, die nicht unbedingt im Beruf verankert sind. Darüber gibt es wenig Diskussionen und in der Ausbildung ist dieses „Architekt als Künstler“ sowieso unglaublich stark verankert. Dementsprechend wird das auch weitergelebt und weitergetragen.

    TH: Ihr habt diese Studie ja explizit an Männer und Frauen als ArchitektInnen gerichtet. War das bewusst so?  

    AI: Wir interessieren uns eigentlich nicht für reine Frauenthemen. Es ist generell ein strukturelles Problem, so wie wir es jetzt dargelegt haben. Und dass es hauptsächlich Frauen betrifft, wissen wir auch. Aber das hat jetzt nichts damit zu tun, dass es uns nur um Frauen geht. Uns geht es darum, diese strukturellen Schwierigkeiten aufzuzeigen.

    SF: Es betrifft auch Männer; letztendlich betrifft es Eltern und müsste von beiden angegangen werden. Für uns war ganz wichtig, nicht in eine Ecke der Frauendiskussion  gedrängt zu werden. Es ist ein allgemeines Thema, denn es geht um Qualität, um die Möglichkeit des Berufes für beide; ich meine, es ist nicht nur für Frauen ein Problem, wenn ich keine Zeitbegrenzung habe, sondern auch für Männer, das sieht man bei gewissen Interviews: Scheidung usw. Die Lösung können natürlich nicht nur Frauen finden. 

    TH: Kinderbetreuung sollte kein Frauenthema sein, es gibt ja manche Männer, die auch in Karenz gehen, die dann wieder Schwierigkeiten haben in Jobs einzusteigen. 

    AI: Ja, es ist ein bisschen anders gelagert, weil man unter Männern dann auch so ein bisschen mit seinem Standing zu kämpfen hat.

    TH: Siehst du als Auswegs-Möglichkeit – eben diese Vernetzungen? Könnte das irgendwie ein Thema sein? Dass mehr Flexibilität, Auslagerung und Zusammenarbeit etwas verändern könnte?

    AI: Ich glaube, dass dieses Miteinander-austauschen etwas ist, was Zukunft hat. Mit dieser Kleinteiligkeit in der Architekturbranche tun sich alle schwer, unabhängig von der Work-Life-Balance. Von daher glaube ich, dass es auf jeden Fall sein muss ... Wir haben auch über dieses Job-Sharing geredet, also zu zweit eine Vollzeitstelle zu füllen. Da muss man kreativer werden.

    SF: Die Vernetzung ist definitiv ein wichtiges Thema, für den Beruf im Allgemeinen. Das war auch ein Schluss vom Manual, wo man gesagt hat: Das Feld hat sich so erweitert, man muss sich in diesem Feld positionieren, aber auch sich zum Teil flexibel positionieren können. Ein Weg ist unterschiedliche Know-hows kombinieren zu können. Das kann man nicht in einem Team, in einer kleinen Einheit, vielleicht auch nicht in einer großen Einheit schaffen. Die Vernetzung und die Synergien zwischen unterschiedlichen Kompetenzen und Know-hows, unterschiedliche Formen von Strukturen und wahrscheinlich auch unterschiedliche Produktionstypen oder auch Produkttypen, das ist ganz wichtig. Besonders aus der Perspektive von: Was passiert, wenn man Kinder bekommt? Und wie positioniert man sich dann am Markt? Da ist es besonders wichtig … Viele sagen: Okay, ich gehe dann nicht in ein Büro oder ich finde nichts in einem Büro, das heißt, ich mache mich selbstständig, also allein selbständig. Das sind die kleinsten Einheiten, die aber in einem normalen Markt kaum überleben können. Sie kämpfen mit: Klein zu sein, plus allein und plus nichts verdienen. Plus die totale Verantwortung für die Kinder, weil sie sind die, die dann mit dem Partner verhandeln müssen, wenn es darum geht: Wer bleibt zu Hause, weil das Kind krank ist.

    AI: Das ist dann eine finanzielle Frage.
SF: Wer mehr verdient? Wer hat den wichtigsten Job? Wer ist der „Bread-Winner“... Wer geht weiter in den Job, in die Karriere, wenn man entscheidet … Wer ist der, der „hinten bleibt“. Ist es die Frau? Mit dieser Art von Strukturen, ist es dann wie ein Hobby, das nicht funktioniert und nicht mehr ein Beruf. Und dann ist Vernetzung und Know-how, im Sinne von Sharing und sich Positionieren schon eine Chance, mit dem bestehenden System umgehen zu können. Aber das ist nicht einfach, man muss es machen können, man muss die Zeit haben, man muss auch die Strukturen dazu haben. Deshalb war die IG Architektur ein Versuch, das Thema auf den Tisch zu bringen. 

    TH: Da war ich bei der Veranstaltung der IG Architektur, bei der ihr das erste Buch Manual for Emerging Architects präsentiert habt. Es gab dann noch eine weitere Veranstaltung über die Vereinbarkeit von Architekturberuf und Familie, bei der ihr das Projekt aber erst vorgestellt habt.

    AI: Da hatten wir am Tag einen Work-Shop und am Abend haben wir Best-Practice Beispiele gezeigt. Da war auch der Peter Nageler von nonconform dabei, der das aus der Sicht des Mannes erzählt hat. Er hat auch gesagt, dass seine Frau mehr Zeit für die Kinderbetreuung aufbringt. Wie Ursula Schneider von POS Architekten Beruf und Familie miteinander vereint, ist ein schönes funktionierendes Beispiel. Sie haben in einem Haus gewohnt und gearbeitet. Das hat gut funktioniert.

SF: Und haben einen sehr starken Anspruch nach Gleichberechtigung. Aber dieser Anspruch kommt zur Implementierung, zu einer Zeit, wo man selbst die Strukturen definieren kann.

    AI: Was man vielleicht schon sagen kann, ist, dass dieser Anspruch auf Gleichberechtigung  in den meisten Fällen von der Frau eingefordert wird. Ich weiß nicht, ob du das unterschreiben würdest, aber bei denen, mit denen wir gesprochen haben, war es immer die Frau, die das eingefordert und gesagt hat, sie will das… Und der Mann war bereit dazu, aber andersrum … braucht man nichts einzufordern. Es sind schon immer die Frauen, die ganz klar wissen, was sie wollen und damit dann auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schaffen. 

    SF: Aber eher eine Minderheit. Und in den meisten Fällen kommt man sehr unvorbereitet zum Thema. Die haben alle gedacht bzw. gesagt: Ich hatte keine Vorstellung, ich hatte kein Role-Model. Man ist in einer sehr schwachen Position, wenn man das nicht im Voraus geklärt hat. Da schlittert man schnell hinein in diese traditionellen Rollen und hat sich nie darüber Gedanken gemacht, weil vorher war ja alles möglich und 50:50. Man denkt alles mit diesem Gleichberechtigungsgedanken, die Männer auch. Aber in dem Moment, wo das Thema am Tisch kommt, schlittert man in diese traditionelle Ungleichberechtigung hinein, ohne es zu wollen. Deshalb ist es schon notwendig, dieses Thema im Voraus auf den Tisch zu bringen, in unserer Generation waren wir nicht so – das wäre mein Schluss für mich. Ich war nicht vorbereitet. 

    AI: Man ist nicht vorbereitet und doch auch überrascht, wie viele Frauen eine traditionelle, oder passive Rolle einnehmen; also nicht diese aktive, über die wir gerade geredet haben. Dann muss man sich auch bewusst sein, was das heißt. Es sind ja nur ein paar Jahre und dann werden die Kinder selbständig und dann … Was ist dann? Das muss von Anfang an bedacht werden. Sonst steht man nach drei, vier Jahren da und hat nichts mehr und dann kommst du auch nicht mehr rein, dann ist der Zug abgefahren. Und viele sind sich dessen nicht bewusst. 

    TH:  Habt ihr euch in der Care-Arbeit für die Kinder bewusst für ein Modell entschieden?

    SF:  Also, ich bin keine Best-Practice für die 50:50 …

AI: Jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Ich glaube auch: Es gibt kein richtig und falsch. Es gibt verschiedene Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, du musst es für dich gestalten. Erstens musst du es gestalten und dann musst dir auch der Konsequenzen für deine Zukunft bewusst sein, das ist, glaube ich, wichtig ...

    SF: ... dass es eine bewusste Entscheidung ist … und nicht: Man schlittert hinein … z.B. und man hat gesehen: Es gibt schon Teilzeitjobs, aber die werden Personen angeboten, die vorher in den Büros gearbeitet haben; man kennt sie schon und weiß, was sie schaffen und das ist dann kein Problem, ihnen einen Teilzeitjob zu geben. Man weiß, was man bekommt und man bekommt fast so viel wie bei einem 40-Stunden-Job, aber es kostet weniger und das ist okay. (Pause) Für den Job heißt das: Ich muss, bevor ich in Karenz gehe, in einem Büro arbeiten, das in der Lage ist so etwas zu machen. Wenn ich aber irgendwo arbeite, wo ich nicht die Möglichkeit habe in einen Teilzeitjob zurückkommen, bin ich in einer schwierigen Position, weil von Null wird dir kein Teilzeitjob angeboten. Das heißt, ich muss im Voraus wissen, wohin ich will. Ich muss die Bedingungen schon im Voraus checken. Sonst habe ich ein Problem im Nachhinein, aber niemand denkt de facto so.

    SF: Allgemein darf man nicht aus den Augen lassen, dass der Beruf per se schwierig ist. Es ist eine sehr schwierige Situation und die zusätzlich schwierigen Komponenten muss man kombinieren können. Zum Teil geben Büros die Bedingungen weiter, die sie selbst bekommen. Das ist irgendwie eine Kettenreaktion und das muss man auch im Auge behalten: Okay, dass man das nicht schaffen kann, in der Praxis bei gewissen Barrieren durchzukommen. Es sind sehr viele am Markt, sehr viele sehr gute, in einem überfüllten Markt mit nicht genug, vielleicht spezifischen Angeboten. Man lehrt und denkt, es ist eine Kunst und nicht eine Dienstleistung. Und man muss sich überlegen, wie positioniere ich mich am Markt, was für Produkte biete ich an? Gibt es einen Markt für diese Produkte? Wie kann ich meine Kompetenzen und meine Fähigkeiten für den Markt verpacken, das lernt man nicht in der Uni, weil man viel ein monofunktionales Bild der Architektur vermittelt und … Das habe ich zum Beispiel in Italien sehr stark erlebt: Wir haben über diese Spezialisierung gesprochen, wo es multidimensional ist, und man sich überlegen sollte, wo positioniere ich mich zwischen „Wie-ich-Sachen-mache“, „Was-ich-tue“ mit welchen Attributen und so. Ist es Nachhaltigkeit, ist es Wohnbau, ist es Nachhaltiger Wohnbau mit Partizipation. Diese Kombinationen muss man gestalten können, denn so einfach zu sagen: „Ich bin Architekt“ ist es für die meisten nicht mehr.

    TH: Und euer Büro hat sich da spezialisiert?

    SF: Nicht ganz bzw. zum Teil. Es gibt gewisse Sparten, die wir abdecken, aber das ist auch ein Problem, das wir haben. Zum einen bauen wir jetzt ein Hochhaus, in einer Zusammenarbeit mit einem internationalen Büro. Zum andern mache ich Partizipationsprojekte in kleinen Dörfern über Ortskernbelebung. Es gibt Büros, die so was machen und dementsprechend auch weiterkommen, wo diese Diskussion „Was biete ich?“ ganz andere Dimensionen schafft. Aber das ist diese Spannung zwischen „Was ich sehe“ und „Was ich mache“, das muss nicht das Gleiche sein. 

    TH: Was diese Betreuungszeit betrifft, wie du gesagt hast, etwa vier Jahre, dann würde man wieder voll arbeiten können? 

    AI: Vollwertig würde ich jetzt nicht sagen, aber es wird immer mehr Zeit, die man zur Verfügung hat. 

    TH: Eigentlich geht es da um dieses Gap: Karenz und Karriereknick, Wiedereinstieg und … 

    SF: Ja, aber die Frage ist: Wie gestalte ich dieses Gap. Wie geht es weiter? Ein Kind mit zehn Jahre braucht genauso Betreuung, Geschenke für die Kindergeburtstage, Schultaschenreinigung etc. Man muss trotzdem da sein. Babysitten und so. Wer hat die Telefonnummer von der Babysitterin? Das sind Themen, die sehr langfristig sind, trotzdem ist die Sorge-Arbeit immer da. 

    TH: Eigentlich bräuchte man einen Kurs, wie man gleichberechtigt einen kinder- oder besser: familiengerechten Alltag organisiert.

    SF: Aber darüber wird nie gesprochen. Ich habe - für mich ein sehr spannendes Modell - von POS gehört; das hat sich sehr spannend angehört. Sie hatten 24-Stunden-Schichten. Von elf Uhr am Abend – um elf Uhr am Abend wird die Verantwortung übergeben, für den nächsten Tag. Und an diesem Tag hatte der eine die volle Verantwortung; das heißt: Auch wenn das Kind krank ist, Geburtstag etc. Der eine war für Musik, der andere für Sport, nur das war getrennt. Der zweite Punkt war: Selbständige Kinder zu erziehen; das heißt unterschiedliche Aktivitäten müssen sie selbst machen, sobald es möglich war. So war das klar: Wer zu Hause ist, wenn das Kind krank ist, der übernimmt das. So, es ist eine klare Regelung da; und das funktioniert, glaube ich. Nur es ist die Zeit, die gemeinsame Zeit, und die Zeit für sich selbst  ...  man spricht auch von der Arbeit an sich selbst, das sind Elemente, die dann sehr oft wegfallen, aber es geht um diese Formen und Modelle von Gleichberechtigung, die helfen sehr viel, wenn man es schafft. Dahin kommen wir allgemein, Männer und Frauen, sehr unvorbereitet, denn der ganze feministische Diskurs der 70-er Jahre betrifft uns nicht, weil wir ja gleichberechtigt sind, bis wir zu dieser Schnittstelle kommen. 

    Silvia Forlati absolvierte ihr Architekturstudium an der IUAV, Venedig und am Berlage Institut Amsterdam. Beruflicher Werdegang: 1998 -2002 tätig bei VenhoevenCS in Amsterdam und für Zaha Hadid Architects in London-Singapur, 2000 gründet Sie mit ihren Partnern SHARE architects in Wien. Seit 2002 ist sie Assistentin des Wohnbau- und Designinstitutes an der Technischen Universität in Wien. Sie betreut StudentInnen und betreibt Forschung über innovativen Wohnbau. Sie ist Mitbegründerin von wonderland (wonderland – platform for european architecture)

    Anne Isopp ist Architekturjournalistin

    Studium der Architektur in Graz und Delft. Ab 1999 Arbeit als Architektin in Hamburg. Seit 2003 freie Architekturjournalistin in Wien, u.a. tätig für Salzburger Nachrichten, profil, Architektur&Bauforum, Baumeister. aktiv bei wonderland (wonderland – platform for european architecture)

    Anne Isopp und Silvia Forlati arbeiten gemeinsam an Publikationen und Studien für wonderland, u.a.: Manual for Emerging Architects und mit Sabina Riß-Retschitzegger die Studie „Vereinbarkeit von Architekturberuf und Familie. Strategien, Modelle und Erfahrungen“

    Interviewreihe im Zuge von: Margarete und ihre Schwestern - Heldinnen der Architektur
    Eine aktionistische Wanderausstellung auf den Vorplätzen der Architekturuniversitäten Wiens

    Theresa Häfele_Wien_ 2017